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| Buchankündigung: "Eine Chronik von Dorf und Schloss Niederweis" |
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von Albert Endres & Matthias Schneider Der mit zahlreichen Farbbildern aufgelockerte Text ist in neun historische Abschnitte gegliedert. Er beginnt mit der frühesten nachgewiesenen Besiedlung der Gemarkung und endet mit dem Übergang des Schlosses in Privatbesitz. In einem weiteren Abschnitt wird für einen heutigen Besucher das Schloss in Form eines Rundgangs vorgestellt. Im Anhang sind die wichtigsten Daten tabellarisch zusammengefasst sowie einige historische Texte im Wortlaut wiedergegeben. Ein Abschnitt der Chronik beschreibt auch die Zeit "Unter dem Doppeladler (1698 - 1794)" Nach dem Frieden von Ryswick (1698) kam Luxemburg ein zweites Mal an Österreich und erfreute sich für fast hundert Jahre der Ruhe und Ordnung. Die Zeit unter dem österreichischen Doppeladler-Wappen galt unseren Vorfahren als die "gute, alte Zeit". Abb. 16 - Westseite des Schlosses Niederweis (Ehrenhof) Er schloss 1744 mit fünf Untertanen aus Niederweis den Vertrag zum Neubau einer Mühle (siehe Abb. 17) an der Nims. An dieser Stelle stand bereits eine von Johann Ernst Cob von Nudingen um das Jahr 1600 gebaute Mühle. Die neue Mühle erhielt zwei Gänge, so dass gleichzeitig Weizen und Roggen gemahlen werden konnten. Sie galt als Bannmühle, d.h. alle dem Baron lehenspflichtigen Bauern mussten dort mahlen. Das galt insbesondere für die Orte Kaschenbach und Meckel, so dass die Straße nach Kaschenbach auch den Namen Mühlenweg bekam. Im Maria-Theresien-Kataster von 1767 steht zwar, dass der Mühle ein Brauhaus zugeordnet war. Dieser Umstand ist aber nirgendwo anders belegt. Die Schlossmühle war bis 1953 in Betrieb und ist inzwischen abgerissen. In Niederweis gab es übrigens später noch zwei weitere Mühlen, nämlich die von Nikolaus Salentiny um 1805 erbaute Maaschmühle sowie die Sägemühle in Einigt (siehe Abb. 18). Auch diese Mühlen sind inzwischen stillgelegt bzw. verschwunden. Das Wasserrad der Einigt-Mühle wurde in das Rheinische Freilichtmuseum Museum in Kommern transferiert und dort wieder aufgebaut. Franz Eduard Antons größte Tat aus Niederweiser Sicht war der 1751 abgeschlossene Neubau des Schlosses Niederweis. Darüber wird weiter unten zu berichten sein. Erwähnenswert ist auch folgender Umstand, der sich ebenfalls im Maria-Theresien-Kataster niederschlug. Der Baron von der Heyden verfügte damals mit 98 Morgen nur über die zweitgrößte Ackerfläche in Niederweis. Etwas mehr Ackerland (102 Morgen) besaß das Kloster St. Thomas an der Kyll. Nur beim Waldbesitz lag der Baron vorne (198 gegenüber 95 Morgen). Obwohl entsprechende Unterlagen über St. Thomas den Autoren bisher nicht zugänglich waren, lässt sich aber eine Vermutung aufstellen. Es ist bekannt, dass mehrere der zehn Schwestern des Barons Franz Eduard Anton ins Kloster eingetreten waren. Bei adeligen Nonnenklöstern -und dazu gehörte St. Thomas -erhielt das Kloster oft ein Nutzungsrecht am vorgezogenen Erbanteil ihrer adeligen Insassen. Oft waren diese Stiftungen mit einer Klausel versehen, dass der Grundbesitz im Falle des Todes wieder an die Familie zurückfällt. So ist auch zu erklären, dass zwei Generationen später das Kloster St. Thomas kein Land mehr in Niederweis besaß und dass der letzte Niederweiser Baron über 400 Morgen Ackerland und Wald vererben konnte. Franz Eduard Anton verstarb am 21.1.1755 (62 Jahre alt) in Luxemburg und fand auch dort seine letzte Ruhestätte.
Auf ihn folgte sein Sohn Philipp Karl. Dieser hielt sich vorwiegend in Niederweis auf. Im Gegensatz zu seinem Vater Ernst Eduard, der hohe Staatsämter in Luxemburg innehatte und auch meist dort lebte, stand er im Dienst des Trierer Kurfürsten und Erzbischofs Clemens Wenzeslaus. Seit 1768 war er dessen Kämmerer (vergleichbar einem Finanzminister). Er soll ein gemütlicher, lustiger Herr gewesen sein. Von ihm ist überliefert, dass er bei allen ältesten Söhnen der Dorffamilien Pate werden wollte. Bei den Tauffesten (dem Möhnenkaffee) saß er dann mitten in der Stube und feierte lustig mit. Er stiftete den Taufrock und gab seinem Patenkind ein Geschenk bei Kommunion und Heirat. Die Eintragungen im Alsdorfer Kirchenbuch bestätigen diese Patenschaften. Daher ist Philipp neben Matthias (dem Trierer Apostel) ein in Niederweiser Familien immer wieder anzutreffender Vorname. Seine Verbundenheit mit der Dorfbevölkerung kommt auch zum Ausdruck in einem Brief (siehe Abb. 19), in dem er einem seiner Bauern Unterstützung zusagt, für den Fall, dass dieser in Not gerät. Der Text dieser Urkunde ist wiedergegeben, soweit er noch lesbar ist. Philipp Karl starb am 19.10.1788 in Niederweis durch einen (etwas seltsamen) Unglücksfall. Er stürzte bei Nacht in einen Brunnen und kam dabei elend zu Tode. Da sein Sohn noch minderjährig war, führte seine Witwe, Sophie Antoinette von Hohenfeld, die Geschäfte zunächst weiter. Sie stammte aus Camberg im Taunus, wo der Familienname in ihrer Generation jedoch ausstarb. In der Zeit von 1760 bis 1790 wurden mehrere Bauernhäuser im Dorf neugebaut (so das Gedisch- und das Enisch-Haus), auch entstand das erste Gebäude (das heutige Ewen-Haus) auf dem Höhjunk. Angeblich sollen an den Bauarbeiten Tiroler Bauleute maßgeblichen Anteil gehabt haben, die vorher für den Neubau des Klosters nach Echternach gekommen waren. Endres,A., Schneider,M.: Eine Chronik von Dorf und Schloss Niederweis. |









