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| Graf Ferraris als Kartenschöpfer im 18. Jahrhundert |
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Kapitel 18: aus dem Buch „Unsere Wälder im historischen Kartenbild“ Aus dem Geschilderten geht klar hervor: die heutige amtliche Topographie verdankt entscheidende Grundlagen der Militärkartographie des 17. und 18. Jahrhunderts. Vor allem österreichische Militärkartographen haben wichtige Beiträge zum frühen Kartenwerk Westdeutschlands vorgelegt. Das gilt in besonderer Weise für die Westeifel. Das lässt sich so erklären: Das Herzogtum Luxemburg als Teil der Niederlande reichte vor 1816 bis weit in den jetzigen Regierungsbezirk Trier hinein. Das galt für den Westteil der heutigen Landkreise Bitburg-Prüm und Trier-Saarburg. 1477 waren die Niederlande an Österreich gekommen, 1556 an Spanien. Man sprach damals von den spanischen Niederlanden. Von 1713 bis 1795 gehörte das Herzogtum Luxemburg wieder zu Österreich. Die österreichischen Niederlande bildeten ein selbstständiges Staatswesen; es hatte mit den übrigen Ländern der Habsburg-Monarchie nur die Person des Kaisers gemeinsam. Vom Herzogtum Luxemburg ragten folgende Verwaltungsgebiete in die heutige Bundesrepublik hinein: Grevenmacher, Echternach, Vianden, Bitburg, Orchimond, Agimond, Schleiden, Pronsfeld und Cronenburg. (Sperling 1973). In der Regierungszeit des Generalgouverneurs Prinz Karl von Lothringen entstand das Maria-Theresien-Kataster (1756 / 58); danach erfolgte die Josephinische Landesaufnahme (1764 / 87). Die militärische Landesaufnahme war Aufgabe des k. k. Generalquartiermeisterstabs. Verantwortlich für die Landesaufnahme der Niederlande war Joseph Graf Ferraris (1726 -1814), der aus Lunéville in Lothringen stammte und es bis zum Feldmarschall brachte. Er war sowohl als Militär- wie als Staatsmann und Wissenschaftler bedeutend. Er bildete Offiziere gleichzeitig im Militär- und Vermessungswesen aus. Der Maßstab der Karten war etwa 1:28.800. Die Bibliotéque royale de Belgique in Brüssel hat 1965 einen Nachdruck der Landesaufnahme herausgegeben unter dem Titel „Carte de Cabinet des Pays-Bas Autrichiens. Levée á l`initiative du comte de Ferraris. 1777“ Diese Karten sind für ihre Zeit von einer bewundernswerten Exaktheit. Sie besitzen nicht nur für die Landeskunde einen hohen Wert, sondern auch für die Land- und Forstwirtschaft. Im Kulturland sind Gärten, Äcker, Wiesen und Weinberge deutlich dargestellt. ----------------------------------- Anmerkung der Redaktion: Die Karten von Joseph Johann von Ferraris können angesehen und bezogen werden bei: Nationaal Geografisch Instituut Die Ferraris-Karten im Internet: www.ngi.be oder www.kbr.be |





