Das Herzogtum
Luxemburg, zu dem auch die heutige Südeifel gehörte, wurde von 1714 bis 1794
von Wien aus regiert. Eine ungewöhnlich lange Friedensperiode unter
österreichischer Herrschaft sorgte für einen wirtschaftlichen und kulturellen
Aufschwung und markiert den Beginn einer architektonischen Blütezeit in der
Region beiderseits der heutigen Grenze. In diese Zeit fällt der Neubau der
Abtei Echternach.
Die von einem lothringischen Architekten gezeichneten
Pläne des Abteineubaus orientierten sich an Barockbauten, wie sie damals
europaweit im Stil der Zeit entstanden. Doch zum ersten Mal wurden fremde
Architekten, Baumeister und Steinmetze verpflichtet, Handwerker aus Westtirol
und Oberösterreich, die einen völlig neuen, für die ländlichen Verhältnisse
ungewohnten Baustil schufen.
Nach Fertigstellung des Klosters entstanden in einem
Umkreis von bis zu 70 Kilometern mehrere Abteidependenzien -
Verwaltungsgebäude, Sommerresidenzen, Jagdschlösser, Erholungsheime und große
Höfe - im selben Baustil. Einzigartig aber ist, dass der Echternacher
Abteilbaustil auch seinen Weg in die Profanarchitektur fand: Noch bis ins 19. Jahrhundert
entstanden zahlreiche Bauernhäuser mit den gleichen Stilmerkmalen, vielfach
ebenfalls erbaut von den eingewanderten Baumeistern, die heute wahre Kleinode
der Architektur in der Großregion darstellen.
Karte mit dem Verlauf des skizzierten Kulturweges „Doppeladler“, benannt nach dem
Herrschaftszeichen der Habsburger und Wappen der Abtei Echternach. Diese
Kulturroute verbindet Bauten im Echternacher Abteilstil in der Grenzregion
miteinander.

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