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08.05.2009 - www.volksfreund.de
Barock hat immer etwas mit Schauspiel zu tun: Das zeigt sich in Kirchen und Kapellen Im Marienmonat Mai hat der TV die Wallfahrtskapelle „Mutter vom Guten Rat“ aufgesucht und sich am Beispiel der Schankweiler Klause die typischen Elemente barocker Religion erklären lassen von Michael Weidert, Mitautor der geplanten Doppeladler-Publikation der Naturerkundungsstation Teufelsschlucht mit Unterstützung der VG Irrel über die Kulturroute im deutsch-luxemburgischen Grenzgebiet.
Von unserer Mitarbeiterin Kathrin Hofmeister
Holsthum/Bollendorf/Schankweiler. Da – ein Pfaffenkopf, ein paar Schritte weiter noch einer und noch einer: Rings um Bollendorf markieren die im Volksmund als „Pfaffenköpfe“ bezeichneten Steine die damalige Grenze der Abtei Echternach. Das war nicht bös’ gemeint“, sagen die Bollendorfer. Schließlich war die Freie Reichsabtei in der langen Friedensperiode unter habsburgischer Herrschaft (1714-1794) größter Arbeitgeber links und rechts der Sauer. Was das religiöse Denken und Empfinden in der Doppeladlerzeit geprägt hat, erforscht Michael Weidert.
Für die geplante Publikation über die gemeinsame Identität, die im Dialog mit den Bürgern der Grenzregion entstehen soll, hat sich der promovierte Historiker die Schankweiler Klause exemplarisch angesehen. In der Wallfahrtskirche bei Holsthum, die 1763 feierlich vom Echternacher Abt Michael Hormann eingeweiht wurde, findet man typische Elemente des Barock. Der Hochaltar ist wie eine Bühne aufgebaut“, sagt Weidert, und der Gottesdienst läuft in seiner Liturgie, besonders an Festtagen, wie ein heiliges Schauspiel ab.“ Auch die Kanzel als Podium der Predigt hat ihre Bedeutung. Wichtiger als das Wort aber seien im Barock Gefühl und Emotion gewesen. Das kam der einfachen Landbevölkerung entgegen. "Die Leute hatten das Bedürfnis, etwas für ihr Seelenheil zu tun“, erklärt Weidert die ehemalige Anzahl von vier Beichtstühlen im Kirchenraum und je eines weiteren in jeder Gartenecke. „Die Beichte ist ja auch eine Entlastung“, sagt Weidert, "und Psychologen gab es noch nicht.“
Man wendete sich vertrauensvoll an die „Mutter vom guten Rat“, der die Schankweiler Klause gewidmet ist. „Das Gnadenbild vom Typus Maria Hilf geht auf ein Bild von Lucas Cranach von 1537 zurück“, berichtet der Historiker. Zur Wallfahrtskirche wurde die Klause bald nach der Errichtung der ersten Kapelle im Jahre 1648 auf dem heutigen Aussichtsfelsen. Das Eremitenleben hätte der habsburgische Kaiser Joseph II. wie im Rest seines Reiches verboten, wenn es allein dazu gedient hätte, die private Frömmigkeit zu leben. Der Monarch im Geiste der Aufklärung wollte die Leute zur Nützlichkeit erziehen. „Nur zum Beten, brauchte man einen Eremiten nicht“, sagt Weidert. Da er sich aber auch um die Kirche kümmerte und einen nachgewiesenen Küchengarten versorgte, durfte er bleiben. Einen Eremiten gibt es nicht mehr. Aber in der Klausnerwohnung lebt ein Pastor im Ruhestand. Über Erlebnisse mit Eremiten der andere Geschichten aus dem religiösen Leben, die in Zusammenhang mit dem Echternacher Barock stehen, freut sich das Redaktionsteam der Publikation: „Doppeladler – auf den Spuren einer gemeinsamen Identität“. hpl/jöl
Anlaufstelle für mündliche und schriftliche Beiträge ist Marc Bonny, Telefon ++49 (0) 6525/79117, Mail:
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, in der Verbandsgemeindeverwaltung Irrel. Info: www.doppeladler.eu (utz/bre)
Gottesdienste in der Klause: - Pilgerhochamt: 1.05. bis 13.09.2009: jeden Sonntag, 11:30 Uhr
- Hochamt: 20.09. bis 29.11.2009: jeden Sonntag, 11:30 Uhr
- Sorgenmessen: jeden Donnerstag, 19:30 Uhr; ab 1.10.2009, 16:00 Uhr.
- Maiandachten: jeweils Sonntag, 16:00 Uhr.
- Andachten: In den Monaten Juni, Juli und August jeweils am letzten Sonntag im Monat, 16:00 Uhr.
- Klausenfest: Zweiter Sonntag im September (13.09.)als Abschluß der Wallfahrtszeit.
Anlagen:
Seite TV | [Bericht im Trierischen Volksfreund] | 322 Kb |
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